

Für Weinliebhaber ist es ein Eldorado. Die Provinz La Rioja ist der Inbegriff für spanischen Weinbau schlechthin. Hauptstadt des Rioja ist Logroño an der Nordgrenze der Provinz und damit in unmittelbarer Nähe des Baskenlandes, rund 100 km entfernt von der Atlantikküste.
Etwas östlich von Logroño in Calahorra nahmen die Initiativas Bioenergéticas im vergangenen Jahr eine neue Biodieselanlage mit einer Jahresleistung von 250.000 t nach dem bewährten CD-Verfahren („continuous deglycerolisation“) in Betrieb. Zum Zeitpunkt des Baubeginns war das die leistungsstärkste Anlage, die aus dem Hause GEA Westfalia Separator kam.
Der Standort Logroño/Calahorra ist die inzwischen fünfte Biodieselanlage, die GEA Westfalia Separator in Spanien als Komplettanlage errichtet hat, und die insgesamt neunte Komplettanlage weltweit. Mit dem Kernprozess der Umesterung alleine sind es mittlerweile mehr als zwei Dutzend Anlagen auf der ganzen Welt. Sie arbeiten außer in Europa vorwiegend in Nord- und Südamerika sowie Asien. Für 2010 sind bereits weitere fünf Anlagen in Planung. Diese Tendenz zeigt: Biodiesel ist keine Eintagsfliege, vielmehr ein nachhaltiges Instrument zur Energieversorgung.
Begonnen hatte alles 1996 mit der ersten großtechnischen Biodieselanlage mit 120.000 t Jahresleistung in der deutschen Ölmühle Leer, dem Standort des CD-Verfahrensgebers Dr. Connemann. 1997 hatte ADM, einer der größten Speiseölproduzenten der Welt, dann die Ölmühle übernommen.
Heute ist GEA Westfalia Separator als Lizenznehmer in der Lage, die Prozesstechnologie weitgehend komplett zu liefern. Ganz wesentliches Element der GEA Westfalia Separator-Technologie ist die Vorreinigung des Öls. Dazu gehören die spezielle Vorbehandlung mit Entschleimung und die alkoholische Neutralisation des Ursprungsöls. Hierbei werden die Nebenprodukte der Umesterung verwendet, um das Öl zu reinigen. Diese elegante Methode dient zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Verfahren sowie des Rohstoffeinsatzes, verbessert also den Wirkungsgrad. Der Kernprozess läuft dann vollautomatisch und kontinuierlich mit einer zweistufigen Umesterung mit gleichzeitiger Reaktion und Separation sowie anschließender zentrifugaler Entfernung der Glycerinphase, gefolgt von einer Glycerinwasseraufbereitung, Methanolrückgewinnung und Glycerinwasserverdampfung. Das dabei als Nebenprodukt gewonnene Glycerin ist hochrein und kann im pharmazeutischen Bereich oder auch als Brennstoff eingesetzt werden.
Im Lieferumfang enthalten ist auch die gesamte Anlagensteuerung und Inbetriebnahme sowie ein Engineeringpaket, welches den Kunden in die Lage versetzt, die komplette Biodieselanlage zu erstellen. GEA Westfalia Separator spezialisiert sich damit auf den Biodieselkernprozess und die Vorbehandlung des Öls, übernimmt allerdings nicht den Rohbau des Gebäudes, den Bau der Tankanlage sowie die Glycerindestillation und -bleichung.

Der mit dem CD-Verfahren gewonnene Biodiesel entspricht völlig der EU-Norm EN 14214, zeigt außerdem extrem niedrige Werte an Säure, freiem Glyceringehalt und alkalischen Metallen. Weiterer Vorteil: Außer den Schleimstoffen aus der Entschleimung und etwas Überschusswasser fallen in dem voll integrativen Prozess keine Abfallstoffe an. Die Umweltbelastung ist entsprechend gering, die Ölausbeute bei relativ niedrigem Dampfverbrauch dafür umso höher. Das CD-Verfahren eignet sich für Betriebsgrößen von 35.000 bis 450.000 t pro Jahr. Je größer die Anlage, umso wirtschaftlicher funktioniert der Prozess.
In den letzten Jahren mehrte sich die Kritik an Biodiesel als Mitverursacher des Welthungers. Um dem entgegenzuwirken, werden vermehrt Rohstoffe verwendet, die nicht in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen. Darunter fallen Öle, die in wüstenähnlichen Gebieten der Welt aus speziell gezüchteten Pflanzen gewonnen werden, wie zum Beispiel Jatropha und Rizinus. Weitere Rohstoffe sind Schlachtnebenprodukte wie tierische Fette oder Abfallprodukte wie bereits gebrauchte Öle und Fette.
Biodiesel ist ein umweltfreundlicher Treibstoff, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, biologisch abbaubar, nicht toxisch, mit geringen Schwefelemissionen. Großer Vorteil von Biodiesel bleibt die Möglichkeit, ihn in fast jedes Dieselfahrzeug tanken zu können, als Beimischung ohnehin problemlos in allen dieselgetriebenen Motoren. Biodiesel kann auch zukünftig seinen Teil zum Energiemarkt sinnvoll beitragen. Denn wie immer im Leben ist ein gesunder Mix aus verschiedenen Energieträgern das Vernünftigste.