
Er steht quasi in der Wüste, eine freie Installation im offenen Gelände, ungeschützt vor Sandstürmen, die mitunter über ihn hinwegwehen. Nur ein Dach zur Beschattung schützt ihn vor der glühend heißen Sonneneinstrahlung. Und er läuft und läuft und läuft …

Seit 1996 nutzt die Kläranlage Al Aweer in Dubai einen Dekanter CA 505 zur Entwässerung von Faulschlamm. Es ist die älteste Installation der GEA Westfalia Separator Group im Umweltbereich im Mittleren Osten. Jetzt hat die Umweltmaschine die Schwelle von 50.000 Betriebsstunden durchbrochen, mitten im brennend heißen Wüstensand. Und noch immer ist der Betreiber glücklich mit dem Dekanter, denn die Zentrifuge arbeitet unter diesen extremen Witterungsverhältnissen mit kontinuierlich guter Entwässerungsleistung bei geringem Polymerverbrauch. Dabei schätzt das Betriebspersonal besonders die Servicefreundlichkeit der Maschine, da Mensch und Maschine den harten Wüstenbedingungen gleichermaßen ausgesetzt sind.
Dass nun die 50.000 Betriebsstunden überschritten wurden, liegt sicher daran, dass die Kläranlage Al Aweer konsequent gewartet wird und geschulte Mitarbeiter vor Ort im Bedarfsfall vom Serviceteam der GEA Westfalia Separator Group-Tochtergesellschaft in Dubai tatkräftig unterstützt werden.
Beide Großkläranlagen bereiten das Abwasser der Stadt Dubai mithilfe des üblichen biologischen Reinigungsverfahrens auf: mit Vorreinigung, Belebung (aerobe biologische Stufe), Nachklärung und Schlammbehandlung. In der Schlammbehandlung werden zuerst die aus der Abwasserreinigung anfallenden Schlammmengen in Faultürmen behandelt. Hier werden unter anaeroben Bedingungen die organischen Schlammbestandteile weitestgehend abgebaut und damit die Gesamtschlammmenge reduziert. Danach wird der ausgefaulte Klärschlamm entwässert.
Bevor die GEA Westfalia Separator Group 1996 den ersten Dekanter installierte, nutzte die Stadt Dubai als Betreiber der Kläranlage Al Aweer alternative Technologien, um den Klärschlamm zu entwässern. Doch die Vorteile einer Zentrifuge als geschlossenes System mit kontinuierlichem Betrieb ohne Geruchsbelästigung überzeugten. Sukzessive wurde deshalb die Schlammbehandlung in Al Aweer umgebaut. Im Zuge der Kapazitätserweiterung der Schlammentwässerung wurde 2007 ein zweiter Dekanter vom Typ UCD 755 in direkter Nachbarschaft zum CA 505 aufgestellt.
Heute betreibt die Stadt Dubai mit ihren zwei Millionen Einwohnern zwei Großkläranlagen, die zusammen einen erheblichen Anteil der Abwässer der Stadt behandeln. Die Kläranlage Al Aweer entstand bereits in den 1980er-Jahren und ist für 260.000 m³ Abwasserzulauf pro Tag bemessen. Die zweite Kläranlage im Stadtteil Jebel Ali wurde im April 2010 fertiggestellt. Sie ist in der ersten Ausbaustufe für 150.000 m³, in der zweiten Ausbaustufe für 300.000 m³ Abwasser pro Tag ausgelegt. Für diese Kläranlage lieferte die GEA Westfalia Separator Group, basierend auf den positiven Erfahrungen mit den Dekantern in Al Aweel, weitere vier Dekanter des Typs UCD 755.
Die gesamte Region wird durch eine eigene Verkaufs- und Servicegesellschaft in Dubai, mit Vertretungen in den einzelnen Ländern, betreut. Das Büro Dubai als Headquarter Middle East ist verantwortlich für den ganzen Mittleren Osten, die arabische Halbinsel, den Iran, Afghanistan und Pakistan. In den meisten Ländern sind ein oder mehrere eigene Servicetechniker vor Ort verfügbar, die das installierte Equipment durch regelmäßige Inspektionen und Wartungen betreuen.
Die GEA Middle East FZE ist heute eine eigenständige Tochtergesellschaft der GEA Westfalia Separator Group und konnte vor Kurzem auf ihr zehnjähriges Jubiläum zurückblicken. In etwa zeitgleich mit der Eröffnung des Büros begann auch der Boom für Umweltzentrifugen der GEA Westfalia Separator Group in der Region. Heute laufen auf vielen Großkläranlagen im Mittleren Osten Dekanter der GEA Westfalia Separator Group, neben Dubai beispielsweise in Abu Dhabi, in Bahrain, Katar oder in Jeddah, Saudi-Arabien. In der Region sind nahezu 100 Maschinen im Bereich Umwelttechnik zur Eindickung und Entwässerung von kommunalem und industriellem Klärschlamm in Betrieb.
Doch die älteste Maschine mit den meisten Betriebsstunden ist und bleibt der „Wüsten“-Dekanter CA 505 in Al Aweer. Fazit: Wer seine Maschine so pflegt, hat lange etwas davon. Auch unter härtesten Umweltbedingungen.