

Saudi-Arabien modernisiert seine Infrastruktur. Speziell vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Trinkwassermangels wird auch die Abwasseraufbereitung in mehreren Städten des Landes auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dazu legt die National Water Company, die im Auftrag des saudi-arabischen Ministeriums für Wasser und Elektrizität handelt, Pläne zur Restrukturierung der Abwasserbehandlung verschiedener Großstädte vor.
Für Jeddah, der wichtigsten Hafenstadt Saudi-Arabiens am Roten Meer, baute die National Water Company zwei vorhandene Kläranlagen um und erhöhte gleichzeitig ihre Kapazität. Jeddah mit seinen mehr als drei Millionen Einwohnern gilt als das Tor nach Mekka, das etwa 70 km östlich im Landesinneren liegt. Jährlich passiert deshalb ein sehr großer Pilgerstrom die Stadt.
Für dieses Vorhaben erteilte die National Water Company der GEA Westfalia Separator Group den Auftrag zur Ausstattung der Kläranlagen Al Bilad und Ruwais mit jeweils fünf Dekantern für die Schlammentwässerung. Für die GEA Westfalia Separator Group war dies der erste Auftrag in Millionenhöhe in Saudi-Arabien im Umweltbereich. Er umfasste außerdem die Polymeraufbereitung und -dosierung, die Feststoffförderung sowie die komplette Schalt- und Steueranlage. Hinzu kam ein Engineering-Paket mit dem Rohrleitungs- und Kabelverlegungsplan für das bestehende Gebäude. Herausforderung war nämlich, in dem geringen zur Verfügung stehenden Platz die Dekanter so unterzubringen, dass noch eine gute Zugänglichkeit für die Wartung und Instandhaltung gegeben war und auch die gesetzlichen Vorschriften zur Unfallverhütung eingehalten wurden. Denn die Anlagen mussten im laufenden Betrieb erweitert und umgebaut wurden. Erst nach Inbetriebnahme der Dekanter wurden die vorhandenen Bandfilterpressen stillgelegt. So lieferte die GEA Westfalia Separator Group ein Rundum-sorglos-Paket, mit dem auch der Kunde rundum zufrieden war. Die zugesicherten Performancewerte wurden zuverlässig erreicht, sowohl das Engineering als auch die Komponenten wurden pünktlich geliefert.
Die GEA Westfalia Separator Group setzte bei diesem Projekt die Dekanter-Typen UCD 346 ein. Die Maschinen sind so aufgestellt, dass jeweils vier parallel arbeiten und ein Dekanter als Reservemaschine zur Verfügung steht. Im März 2010 ging zunächst die Anlage Al Bilad mit fünf Dekantern in Betrieb, im August/September 2010 folgte die Kläranlage Ruwais. Weil das Design der ersten Kläranlage so gut passte, übernahm der Kunde die identische Planung auch für die zweite Anlage. Bei beiden Kläranlagen handelt es sich um rein aerob stabilisierten Klärschlamm, der entwässert werden muss. Es gibt keine Faultürme auf den Kläranlagen, eine Eindickung findet also nicht statt.

Die National Water Company erteilte der GEA Westfalia Separator Group den Auftrag zur Ausstattung der Kläranlagen Al Bilad und Ruwais mit jeweils fünf Dekantern für die Schlammentwässerung.
Die Dekanter UCD 346 sind jeweils mit zwei Frequenzumrichtern ausgestattet, mit denen die Trommeldrehzahl entsprechend den Verfahrensbedingungen angepasst werden kann, um z. B. mit einer niedrigeren Trommeldrehzahl bei gleichem Ergebnis unter Umweltgesichtspunkten Energie sparen zu können. Im vorliegenden Fall brachten die Frequenzumformer aber auch einen ganz anderen Vorteil. In Saudi-Arabien arbeitet ein 60-Hertz-Stromnetz, während die Maschinen auf 50 Hertz ausgelegt sind. Die Frequenzumformer werden deshalb dazu benutzt, um das saudi-arabische 60-Hertz-Netz in eine 50-Hertz-Stromversorgung für die Dekanter umzuformen: eine wesentlich kostengünstigere Lösung als die Ausstattung mit Sondermotoren. Trotzdem besteht weiterhin die Möglichkeit, die Dekanter energetisch noch durch eine niedrigere Trommeldrehzahl bzw. eine niedrigere Frequenz zu optimieren. Denn wenn das aufgegebene Produkt nicht so stark beschleunigt werden muss, führt dies zu massiven Energieeinsparungen.
Vertraglich festgelegt war auch eine Auslegung des Equipments auf die tropischen Klimabedingungen mit bis zu 50 Grad Celsius Umgebungstemperatur als Dauerbelastung, was aufgrund der langjährigen Erfahrung der GEA Westfalia Separator Group problemlos möglich war.
Die GEA Westfalia Separator Group stellte in Jeddah einmal mehr unter Beweis, dass sie in der Lage ist, auf Wunsch eine komplette Prozesslinie mit vollständigem Engineering zu liefern, eine funktionale Anlage auf engstem Raum zu konstruieren, die alle Anforderungen an Zugänglichkeit, Wartung und Instandhaltung erfüllt. Weitere Kläranlagenprojekte in Saudi- Arabien sind bereits in Planung. Die National Water Company hat derzeit die Abwasseraufbereitung für sieben Städte unter Vertrag und wird diese weiter ausdehnen.