

Aller guten Dinge sind (vorerst) drei. In Rumänien erstellt HOCHTIEF Construction AG derzeit drei neue Kläranlagen in drei mittelgroßen Städten. Für alle drei Neubauten erteilte HOCHTIEF Construction die Aufträge für die maschinentechnische Ausstattung der Entwässerung bzw. in einem Fall auch für die Eindickung mittels Dekanter an die GEA Westfalia Separator Group.
Seit dem Beitritt zur Europäischen Union (EU ) im Jahr 2007 erhält Rumänien Fördermittel aus Gemeinschaftsfonds im Rahmen der Regionalpolitik. Ziel ist es, eine Annäherung an den Lebensstandard der übrigen Länder der EU zu erreichen sowie eine ausgeglichene Entwicklung im ganzen Land zu fördern. Von den 21,5 Millionen Rumänen lebt schon mehr als die Hälfte in Städten und die Abwanderung junger Rumänen in die Städte nimmt zu.
Ein besonderes Augenmerk der Förderung durch die EU gilt der Wasserbehandlung und den Umweltinvestitionen. Im Rahmen dieser Programme wird unter anderem in drei Städten die Errichtung von kommunalen Kläranlagen gefördert. Das deutsche Bauunternehmen HOCHTIEF Construction AG erhielt hierfür die Zuschläge zum Bau von Kläranlagen mit Schlammentwässerung. Als Komplettanbieter und Verfahrensträger für Umweltanlagen hat HOCHTIEF Construction seine Leistungsfähigkeit bei der Realisierung von bislang über 100 Abwasserreinigungs- und Behandlungsanlagen für unterschiedlichste Größenordnungen eindrucksvoll bewiesen. Und die GEA Westfalia Separator Group gewann bei allen drei Projekten die Ausschreibung für die mechanische Trenntechnik.
Nach mehreren Jahren eines beeindruckenden BIP-Wachstums, zuletzt im Jahr 2008 um 7,1 Prozent, wurde Rumänien 2009 unmittelbar von der internationalen Wirtschaftskrise mit einem Negativwachstum in gleichem Umfang getroffen. Für 2010 wird jedoch wieder mit einem leichten Positivwachstum, für 2011 mit einem erstarkten Wirtschaftswachstum gerechnet. Der Bedarf an Kläranlagen in Rumänien ist sehr groß, auch vor dem Hintergrund einer blühenden Wirtschaft. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung lebten noch ohne Anschluss an die Trinkwasserversorgung und an die Abwasserentsorgung. Etwa 50 Städte leiten ihr Abwasser weiterhin ungeklärt in Flüsse oder ins Schwarze Meer. Rund die Hälfte der vorhandenen Kläranlagen entspricht nicht den Ansprüchen der EU. Bis zum Jahr 2018 sollen in allen kommunalen Abwasseranlagen die EU-Standards umgesetzt werden. Dazu müssen nicht nur bestehende Kläranlagen ausgebaut und modernisiert, sondern auch neue gebaut werden und Investitionen in den Ausbau des Kanalisationssystems erfolgen.
Unterschiedliche Aufgaben warten in den drei Städten auf die beteiligten Unternehmen. Die Stadt Giurgiu war früher einmal Endstation des Orientexpresses. Sie liegt mit ihren mehr als 70.000 Einwohnern im Süden des Landes an der Donau, direkt an der Grenze zu Bulgarien. Das Abwasser der Stadt wird bislang lediglich mechanisch gereinigt und dann in den Vorfluter abgeleitet.
Zukünftig wird hier sowohl eine mechanische als auch eine biologische Reinigung für 82.000 Einwohnergleichwerte (EWG ) vorgenommen, der Schlamm mittels Dekanter eingedickt, dann gefault und entwässert. Für das aus der Faulung gewonnene Gas wird ein Gasspeicher errichtet.
Zur Eindickung des Schlamms plant die bei HOCHTIEF Construction als „Prefered Supplier“ gelistete GEA Westfalia Separator Group zwei Dekanter UCD 346 als Komplettanlagen ein, zusammen mit der gesamten Peripherie wie Polymeranlage, Schlammpumpe, Förderschnecke, Dickschlammpumpe, Steuerung und Regelung. Mit diesen beiden Dekantern können jeweils 17 Kubikmeter pro Stunde Schlamm auf elf Prozent Trockensubstanz eingedickt werden.
Für die nachfolgende Entwässerung des ausgefaulten Schlamms kommen zwei Dekanter UCD 305 („Krokodil“) zum Einsatz, von denen jeder sechs Kubikmeter pro Stunde Schlamm auf 25 Prozent Trockensubstanz entwässert, um somit das Schlammvolumen deutlich zu reduzieren: denn je höher die Trockensubstanz, desto niedriger der Wassergehalt, was weniger Volumen und Gewicht zur Folge hat und sich kostengünstig auf Transport sowie auf die Deponierung oder die Effizienz der Verbrennung des Schlamms auswirkt. Aus diesem Grund legten HOCHTIEF Construction und die kommunalen Auftraggeber relativ ehrgeizige Werte für die Entwässerung fest, sodass die neu zu errichtende Kläranlage zukunftssicher bestehen kann.

Dekanter UCD 305
Im Zuge der Ausschreibung für die Kläranlage Giurgiu schnürte die GEA Westfalia Separator Group ein Gesamtpaket, das ebenfalls die Einrichtung zweier weiterer Kläranlagen in den Städten Slatina und Medias umfasst. Slatina mit knapp 80.000 Einwohnern liegt in der Großen Walachei im Süden Rumäniens am Fluss Olt. Medias ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens mit etwa 54.000 Einwohnern. Sowohl bei der Kläranlage Slatina mit 71.700 EWG als auch bei der Kläranlage Medias mit 74.000 EWG wird die Schlammeindickung nicht mit Dekantern, sondern statisch vorgenommen. Für die Entwässerung liefert die GEA Westfalia Separator Group nach Slatina zwei komplette Dekanter vom Typ UCD 346 mit jeweils zehn Kubikmeter pro Stunde Leistung, nach Medias zwei Dekanter vom Typ UCD 305 mit je sechs Kubikmeter pro Stunde Leistung. Auch hier wird in beiden Fällen eine Entwässerung auf 25 Prozent Trockensubstanz erreicht werden. Die Inbetriebnahme der drei kommunalen Kläranlagen ist sukzessive für Mai, August und November 2011 vorgesehen.
Neben den technischen Vorzügen der zwei eingesetzten kompakten und modernen Dekanter vom Typ UCD 305 und UCD 346 waren besonders die vielfältigen Erfahrungen im Umweltbereich und speziell die Sicherstellung des Projektmanagements wichtige Entscheidungskriterien für die GEA Westfalia Separator Group. Mit dem Projektmanagement zeigt sich die GEA Westfalia Separator Group in der Lage, die Auslegung und den Bau der Maschinen am Standort Deutschland abzuwickeln, aber ebenso mit der Tochtergesellschaft in Bukarest die Installation, Inbetriebnahme und, ganz wichtig, den After Sales Service vorzunehmen. Zudem konnte die GEA Westfalia Separator Group bereits eine Reihe von Referenzanlagen in der Umwelttechnik in Rumänien, aber auch in vielen anderen osteuropäischen Ländern nachweisen. Drei Jahre nach Beitritt in die EU beginnt in Rumänien jetzt der massive Ausbau der Abwasseraufbereitung. Die GEA Westfalia Separator Group ist mit diesen drei Projekten ein gelungener Einstieg geglückt.