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GEA Westfalia Separator Group
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Altöl als Ressource

Bei einem der größten europäischen Verarbeiter von toxischen Abfällen zählt seit Jahren die 3-Phasen-Technologie der GEA Westfalia Separator Group zum Standardverfahren bei der Aufbereitung von Altölen und ölhaltigem Bilgewasser aus Schiffsrümpfen. Jetzt erhielt ATM mit Sitz in Holland bereits den fünften Dekanter gleicher Bauart und konnte damit die Verarbeitungskapazität signifikant steigern.

1,5 Millionen Tonnen toxischer Abfall jährlich

ATM ist auf die Aufbereitung von Industrie- und Sonderabfall spezialisiert. Dazu gehören kontaminierte Böden und teerhaltiges Asphaltgranulat, das freigesetzt wird, wenn asphaltierte Straßen entfernt oder repariert werden, sowie Farben, Lacke, Chemieabfälle, Abwasser, Ölschlamm und Schiffsabfälle. Um diese Abfallstoffe aufzuarbeiten, betreibt ATM eine thermische Behandlungsanlage, eine Pyrolyseanlage sowie eine Schlamm- und eine Wasserbehandlungsanlage. Am holländischen Standort von ATM in Moerdijk liefern jedes Jahr 45.000 LKWs und mehr als 2.000 Schiffe insgesamt etwa 1,5 Millionen Tonnen Abfall zur Aufbereitung an. Mehr als 90 Prozent dieser Abfälle sind anschließend zur Wiederverwendung als Produkt oder Rohstoff geeignet. Diese Mengen machen ATM sogar zu einem der weltweit größten Aufbereiter von Sonderabfall . ATM gehört zu Shanks Nederland, einem Konzern mit weiteren zehn Abfallaufbereitungsfirmen. Zusammen mit anderen Shanks-Abfallbetrieben in Belgien und Großbritannien bilden sie die Shanks Group Plc., ein an der Londoner Börse notiertes Unternehmen.

2003 installierte ATM den ersten 3-Phasen-Dekanter der GEA Westfalia Separator Group.

Aufbereiteter Brennstoff wird für thermische Aufbereitungsanlage genutzt

Die thermische Aufbereitungsanlage zur Behandlung dieser Abfallstoffe ist die größte Anlage in Europa. Sie verbraucht naturgemäß viel Brennstoff, der allerdings vollständig aus den in den anderen Anlagen von ATM aufbereiteten ölhaltigen Abfällen und den Farb-/Lackabfällen zurückgewonnen wird. Aufgrund der Synergie zwischen den verschiedenen Anlagen von ATM wird für die Beheizung der thermischen Aufbereitungsanlage kein frischer fossiler Brennstoff benötigt. Zum Teil kommt der Brennstoff eben auch aus der Aufbereitung von Bilgewasser und Altöl von Schiffen. Nach dem MARPOL-Übereinkommen (maritime pollution) ist das Ablassen ölhaltiger Abfallsubstanzen von Schiffen ins offene Meer untersagt. ATM ist in der Lage, über eine Hafenauffangeinrichtung diesen Ölabfall entgegenzunehmen. Aufgrund der günstigen Lage zwischen Antwerpen und Rotterdam passieren viele Schiffe den Standort. An einigen Anlegestegen können mehrere Schiffe zur gleichen Zeit bedient werden. Das in Tanks gesammelte Altöl, Bilgewasser und sonstige ölhaltige Abfälle werden erwärmt, durch Rühren homogenisiert und zum Spalten von Emulsionen teilweise mit Chemikalien versetzt.

Eine perfekte Nutzung von Altölen und Bilgewasser

Dann treten die 3-Phasen-Dekanter CB 635 der GEA Westfalia Separator Group in Aktion. Den ersten installierte ATM bereits im Jahr 2003. Mit einer Leistung von 20.000 l/h trennt er das Öl-Feststoff- Wassergemisch in einem Arbeitsgang in seine drei Phasen. Der ausgetragene Feststoff wird in der Pyrolyseanlage nachbehandelt, das Abwasser wird in einer eigenen Kläranlage auf dem zwölf Hektar großen Gelände aufbereitet und die werthaltige Phase, die Ölphase mit einem Ölgehalt von über 98 Prozent, dient als Brennstoff für die thermische Aufbereitungsanlage – eine perfekte Aufbereitung und Nutzung von Altölen und Bilgewasser.

 

Weil die Nachfrage nach einer gesetzesgemäßen Aufbereitung stieg, blieb es nicht bei dem einen Dekanter. Sukzessive stockte ATM seine Altöl-/Bilgewasser-Kapazitäten auf und nahm in den Folgejahren zwei weitere Dekanter des gleichen Typs in Betrieb. 2010 machte ATM einen noch größeren Schritt. Sowohl Anfang als auch Mitte des Jahres installierte ATM je einen weiteren 3-Phasen-Dekanter, sodass das Entsorgungsunternehmen jetzt mit fünf baugleichen Dekantern über eine Bilgewasser-Aufbereitungskapazität von 100.000 l/h verfügt, die rund um die Uhr genutzt werden kann.

Die Altölaufbereitung ist nicht nur ein umweltpolitisches Muss, sondern ab einem Ölpreis von etwa 30 bis 40 US-Dollar auch eine betriebswirtschaftlich interessante Rohstoffquelle. Fotos: Joost Vliegen

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