
Bioethanol, Trinkalkohol und Technischer Alkohol können aus stärkehaltigen Rohstoffen auch mit Hilfe der Trockenverfahren gewonnen werden – ein etablierter Prozess, in dem die separate Proteingewinnung wie bei der Nassvermahlung allerdings nicht möglich ist.

Integrierte Prozesslinie von GEA Westfalia Separator zur Ethanol-Gewinnung aus stärkehaltigen Rohstoffen ohne Proteingewinnung nach dem Trockenverfahren
Beim Trockenvermahlungsprozess wird das ganze Korn vermahlen, mit Wasser eingemaischt, durch Zugabe von Dampf wird eine Verkleisterung der Stärke erreicht. Dies ist ein notwendiger Schritt für die enzymatische Aufspaltung der Stärkemoleküle. Der pH-Wert wird eingestellt und Enzyme hinzugegeben, die eine Verzuckerung bewirken. Dieser Zuckerbrei wird anschließend mit Hefe vergoren, so dass Alkohol entstehen kann. Die Fermentationsbrühe durchläuft eine Destillationskolonne, in der Rohalkohol abdestilliert wird, der wiederum zur Herstellung von Ethanol weiterverarbeitet wird.
Auch der Rest ist nicht wertlos. Der übrig gebliebene Destillationssumpf wird in einem Dekanter geklärt. Dabei fällt im Oberlauf proteinhaltige Dünnschlempe an. Der Unterlauf besteht aus einem Feststoffkuchen, der die groben Bestandteile des Korns enthält. Diese Dünnschlempe wird teilweise in den Anmaischeprozess zurückgeführt (Backset). Der Oberlauf mit den Proteinen und der Hefe wird in einer Eindampfanlage zu einem Sirup eingedickt. Das verdampfte Wasser kann dabei z. B. wieder als Kesselwasser eingesetzt werden. Der Sirup wird wieder mit dem Dekanter-Feststoff gemischt und getrocknet zu DDGS (dry distillers grain with soluables), das als wertvolles Futtermittel Verwendung findet.