
Mit rund 40 Gattungen und über 500 Arten ist die Hefe der wohl bekannteste und am meisten untersuchte Mikroorganismus. Der Einsatz der Pilze in der Nahrungsmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie ist heute nicht mehr wegzudenken. Die nur 5 bis 10 Mikrometer kleinen Hefezellen bergen eine große Vielfalt an verwertbaren Inhaltsstoffen, die durch die Separationstechnik von GEA Westfalia Separator weiterverarbeitet werden können.
Die hohen Anforderungen an Haltbarkeit und Farbe der Backhefe machen einen mehrstufigen Trenn- und Waschprozess erforderlich. Dazu muss zunächst die Biomasse aus der Fermentationsbrühe abgetrennt und aufkonzentriert werden. Gleichzeitig sollen durch mehrstufige Waschung des Hefekonzentrats aber auch die dunkle Farbe der Melasse sowie Reste des fermentierbaren Substrats zwischen den Zellen entfernt werden.
Für diese Aufgabe sind unterschiedliche Separatoren-Konfigurationen denkbar. Unterschieden wird nach der benötigten Leistung der Separatoren und nach der gewünschten Anzahl der zu installierenden Waschstufen. Grundsätzlich orientiert sich die Größe der Separatoren an den zu verarbeitenden Volumenströmen, die wiederum von der Fermentergröße und der gewünschten Separationsdauer abhängen.
Die Anzahl der Separatoren richtet sich nach der gewünschten Flexibilität und dem angestrebten Wascheffekt. Dabei gilt: Je mehr Waschstufen vorhanden sind, desto höher ist die Reinheit der gewonnenen Backhefe. Außerdem muss weniger Frischwasser eingesetzt werden, um den gleichen Wascheffekt zu erzielen.

Integrierte Prozesslinie von GEA Westfalia Separator zur Backhefegewinnung
Den aktuellen Standard in der Fermentationsindustrie bildet die serielle Verschaltung von drei und mehr Separatoren. In diesen Modellen wird das Prinzip der Gegenstromwäsche genutzt. Dazu wird das Konzentrat aus dem ersten Separator mit dem Klarlauf des dritten Separators vermischt und dem zweiten Separator zur Abtrennung zugeführt. Das Konzentrat des zweiten Separators hingegen wird mit Frischwasser versetzt.
Von der ersten bis zur letzten Separation finden eine Aufkonzentrierung der Biomasse und eine Abreicherung der löslichen Stoffe in der Zwischenzellflüssigkeit statt. Zusätzliche Waschstufen reduzieren die Menge des benötigten Waschwassers. Die so gewonnene Backhefe weist eine sehr hohe Qualität in Zellaktivität und Farbe auf und entspricht damit den Wünschen der Klein- und Großbäckereien.