
Die Direktextraktion mit Dekantern von GEA Westfalia Separator spielt nicht nur bei der Gewinnung von Antibiotika eine wichtige Rolle. Auch High-Tech-Medikamente wie die sogenannten Statine werden auf diese Weise gewonnen.
Als Statine bezeichnet die Pharmakologie ein Medikament, das der Substanzklasse der sogenannten HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren angehört. Weil HMG-CoA ein Zwischenprodukt der menschlichen Cholesterinsynthese ist, werden Statine wie Lovastatin vorwiegend als Cholesterinsenker (CSE-Hemmer) eingesetzt. Neben Fettstoffwechselstörungen werden mit Statinen aber auch Zivilisationskrankheiten wie Diabetes (Pravastatin) oder Pilzinfektionen (Nystatin) erfolgreich behandelt.
GEA Westfalia Separator hat Extraktions-Dekanter und Polier-Separatoren entwickelt, mit denen sich diese Statine per Direktextraktion besonders wirtschaftlich gewinnen lassen.
Unter der Einwirkung von Statinen wie Lovastatin produziert der menschliche Körper weniger Cholesterin. Aufgrund des relativen Cholesterinmangels werden in den Zellen verstärkt LDL-Rezeptoren gebildet, die das sogenannte LDL (Low Density Lipoprotein – Lipoprotein geringer Dichte) aus dem Blut aufnehmen und damit unschädlich machen. LDL gilt als wichtigster Faktor für Schäden durch einen zu hohen Cholesterinspiegel.
Lovastatin wurde bereits 1987 als cholesterinsenkendes Mittel zugelassen und gehört seitdem zu den wichtigsten Medikamenten dieser Art. Das abgebildete Schema zeigt den komplexen Prozess der Direktextraktion von Lovastatin aus der Fermentationsbrühe. Dazu kommen Extraktions-Dekanter in vier aufeinander folgenden Stufen zum Einsatz, die im Gegenstromprinzip betrieben werden.
Ein Polier-Separator sorgt für die Gewinnung des angereicherten Extrakts. Die Maschinen sind nach den aktuellen Explosionsschutzrichtlinien in gasdichter Form ausgeführt und erfüllen so sämtliche sicherheitstechnischen Vorgaben. Der vielseitige Prozess lässt sich in ähnlicher Weise auch für die Gewinnung von Pravastatin und Nystatin einsetzen.

Lovastatin-Extraktion